Freiburg. Mit einem feierlichen Pontifikalamt im Freiburger Münster und anschließender Prozession durch die Innenstadt haben Freiburgs Katholikinnen und Katholiken am Donnerstag (19.06.) mit Erzbischof Stephan Burger und dem Metropolitankapitel das diesjährige Fronleichnamsfest gefeiert. Sowohl die Prozession als auch der Gottesdienst wurden live auf dem YouTube-Kanal der Erzdiözese übertragen. Es predigte Weihbischof Dr. Christian Würtz, der in seiner Predigt das Motiv der „Gastfreundschaft Gottes“ in den Mittelpunkt stellte.
Mit Blick auf das Evangelium von der Speisung der Fünftausend erinnerte Weihbischof Würtz daran, dass Jesus nicht nur als Gast zu den Menschen kommt, sondern zugleich Gastgeber ist: „Der Eine, der als Gast und Besucher kommt, wird letztendlich selbst zum Gastgeber und bietet eine Gastfreundschaft an, in der die Menschen, jeder und jede einzelne und letztlich die ganze Welt menschlich werden, wirklich zu Hause sein können, Heimat erfahren.“
Fronleichnam sei daher ein Fest, das zeige, dass der Glaube nicht bei frommen Worten stehenbleibt, sondern in eine Haltung mündet, die Gemeinschaft und Mitverantwortung lebt: „Die Jünger sättigen die Menge nicht nur angemessen, sondern überreichlich, so dass auch noch etwas übrigbleibt. Die Menschen erfahren Heil und können sich wie zu Hause fühlen.“
Weihbischof Würtz betonte, dass die Eucharistie die sakramentale Feier dieser göttlichen Gastfreundschaft sei – und dass sich die Gläubigen immer neu in diese Gemeinschaft einladen lassen dürfen. So erschließe sich auch das bekannte Tischgebet „Komm, Herr Jesus, und sei unser Gast“ auf neue Weise: „Jesus ist der Gast und der Gastgeber zugleich, beim Mahl zu Hause, aber vor allem auch beim Heiligen Mahl, bei der Feier der Eucharistie. Er kam uns Menschen zu besuchen, um uns in die Gastfreundschaft Gottes zu führen, in die Heimat und zum Heil.“
Fronleichnam – Besondere Verehrung des Altarsakramentes
Fronleichnam ist ein Hochfest am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag – zehn Tage nach Pfingsten – zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes, der bleibenden Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie. Seit dem 13. Jahrhundert wurde als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi das eucharistische Brot (Hostie) in einem Schaugefäß (Monstranz) durch die Straßen getragen. Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund der Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliana von Lüttich das Fest 1246 in der Diözese Lüttich ein. Papst Urban IV. (1261–1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII. (1316–1334) sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Bis heute werden Prozessionswege und Stationen mit Fahnen und Blumenteppichen geschmückt.
(cvl/kas)










































