Freiburg/Offenburg/Waldkirch. Am Samstag (12.07.) beauftragt Weihbischof Dr. Christian Würtz in St. Franziskus, Karlsruhe insgesamt elf Frauen und Männer als Gemeindereferentinnen, Gemeindereferenten, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Eine von ihnen ist Julia Schätzle, die aus Elzach stammt und in der Seelsorgeeinheit Zell am Harmersbach tätig ist. In Karlsruhe wird sie zur Gemeindereferentin beauftragt.
Julia Schätzle studierte von 2017 bis 2021 angewandte Theologie und Religionspädagogik (Bachelor) an der KH Freiburg. Von 2021 bis 2022 absolvierte sie dort ebenso den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit. Während ihres Studiums hatte sie verschiedene Nebenjobs im Sozialdienst einer Klinik und in der Schulsozialarbeit. In dieser Zeit entwickelte sich auch der Wunsch, als Gemeindereferentin tätig zu werden. „Mich hat die Vielseitigkeit des Berufs angesprochen, besonders die Arbeit mit Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Ich komme aus dem Ehrenamt und habe dort erlebt, wie bereichernd es sein kann, Kirche aktiv mitzugestalten“, sagt Julia Schätzle. Sie betont: „Mein Wunsch ist es, Kirche erlebbar zu machen – als einen lebendigen, bunten und vielfältigen Ort, der Menschen verbindet. Es ist mir wichtig, gemeinsam mit den Menschen vor Ort neue Wege zu gehen und Kirche nicht als verstaubt, sondern als inspirierend und nahbar erfahrbar zu machen.“ Von 2022 bis 2024 arbeitete sie in ihrer Assistenzzeit in der Seelsorgeeinheit Waldkirch. Seit September 2024 ist sie in der Seelsorgeeinheit Zell am Harmersbach tätig.
Motivation für den Beruf
„Als Gemeindereferentin sehe ich eine Vielzahl an Aufgaben und Herausforderungen. Dazu gehört die Arbeit mit unterschiedlichen Altersgruppen, die Gestaltung von Gottesdiensten, Katechese und die seelsorgerliche Begleitung“, berichtet Julia Schätzle. Als Herausforderung in ihrer Arbeit nimmt sie die veränderte Bedeutung des Glaubens in der Gesellschaft „als eine von vielen Optionen“ wahr. „Die Selbstverständlichkeit, Teil einer kirchlichen Gemeinschaft zu sein, nimmt ab. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich langfristig engagieren möchten – häufig gibt es eher projektbezogenes Engagement als dauerhafte Verantwortung in der Gemeinde“, sagt sie. Sie will mit ihrer Arbeit „neue, zeitgemäße Formen der Glaubensweitergabe und Gemeinschaft entwickeln“. Sie unterstreicht: „Es gilt, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, und sie in die Gestaltung der Kirche einzubinden, damit sie sich mit ihren Talenten und ihrer Spiritualität einbringen können.“
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit als Gemeindereferentin ist es, „Glaube erlebbar und zugänglich zu machen – nicht kompliziert, sondern mitten im Leben verankert. Ich möchte Räume schaffen, in denen Menschen sich angenommen fühlen und mit ihren eigenen Erfahrungen einbringen können.“ Julia Schätzle ist dabei eine dialogische Theologie wichtig, „die nicht nur fertige Antworten gibt, sondern Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Suchen lässt.“ Ihre persönlichen Leitworte aus der Bibel unterstreichen diesen Ansatz: „Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz. (1 Sam 16,7) sowie aus dem Matthäusevangelium „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)
Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten: Nahe bei den Menschen
Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sind hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in katholischen Kirchengemeinden der Erzdiözese Freiburg. Sie haben eine mehrjährige theologische, religionspädagogische und gemeindepraktische Ausbildung absolviert und arbeiten gemeinsam mit anderen hauptberuflich pastoralen Diensten und ehrenamtlich Engagierten im Team einer Seelsorgeeinheit. Zu ihren Aufgaben in der Pastoral gehören die Begleitung und Unterstützung der Ehrenamtlichen und die Vernetzung von Projekten und Initiativen. Dadurch gestalten sie gemeinsam mit anderen Kirche und Gesellschaft vor Ort. Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten eröffnen Räume, in denen Menschen den Glauben miteinander teilen und mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen können. Dies kann in der Einzelseelsorge und in der Arbeit mit Gruppen geschehen. Zum weiteren Aufgabenfeld gehören unter anderem der Religionsunterricht an Grund-, Real- und Werkrealschulen, die Trauerpastoral und Beerdigungen, die Leitung von Wortgottesfeiern, die Begleitung verschiedener Gruppen, sowie die Sakramentenkatechese, etwa die Vorbereitung auf die Erstkommunion oder die Firmung. Ihre Beauftragung haben die Seelsorgerinnen und Seelsorger in diesem Jahr unter das Leitwort „trotzdem“ gestellt.
(cvl/kas)








