Frage 1: Herr Weihbischof Würtz, was kann die Kirche jungen Menschen mit dieser Heiligsprechung sagen?
Weihbischof: Mit den Heiligsprechungen werden zwei Lebensentwürfe bestätigt, mit denen junge Menschen heute etwas anfangen können: geerdete Nächstenliebe und digitale Mission. Pier Giorgio Frassati steht für ein glaubwürdiges Christsein im Alltag der Stadt, bei den Armen, im Freundeskreis, in der Natur. Carlo Acutis zeigt, wie Glaube online Resonanz findet und dass die Eucharistie jungen Menschen etwas bedeutet. Beiden gemeinsam ist, dass sie Christus in die Mitte ihres Lebens stellen und dann konsequent handeln.
Frage 2: Gibt es Bezüge zu unserer Erzdiözese?
Weihbischof: Zu Pier Giorgo Frassati gibt es eine direkte Spur nach Freiburg: 1921 wohnte er in Freiburg im Breisgau bei Familie Rahner, um Deutsch zu lernen. In dieser Zeit erkundete er die Stadt und unternahm mehrere Wanderungen in den Schwarzwald. Er hat sich hier sehr wohl gefühlt. Das macht ihn für unsere Region besonders nahbar.
Zu Carlo Acutis: Carlo Acutis hat ja auf seiner Website Orte gesammelt, an denen sich Wunder im Zusammenhang mit der Eucharistie ereignet haben. Dabei hat er das „Blutwunder“ in Walldürn, dem größten Wallfahrtsort unserer Erzdiözese, aufgeführt. In diesem Herbst wird übrigens eine Ausstellung über ihn (ab 27.9.) u. a. in Leimen gezeigt.
Frage 3: Wie können Gläubige die neuen Heiligen im Alltag „mitnehmen“?
Weihbischof: Die beiden neuen Heiligen zeigen uns, dass es zu allen Zeiten und an allen Orten Heilige geben kann. Jeder Christ ist an seinem Ort und zu seiner Zeit aufgerufen, Christus nachzufolgen, etwa im Dienst an den Nächsten, im Pflegen von Gemeinschaft aus christlichem Geist oder durch Verwendung der neuen Medien bei der Verkündigung. Heilige sind keine abgehobene Gestalten, sondern Menschen, die mitten im Leben stehen.







