"Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas"
25.12.2025 |
Adveniat-Weihnachtskation 2025
Lucero Guillén ist mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks die Anwältin der indigenen Völker am Amazonas in Peru
Yurimaguas, 4 Uhr morgens: Lucero Guillén startet in den Urwald. Eine eineinhalb Tage dauernde Reise ins peruanische Amazonasgebiet nach Mayuriaga liegen vor der Leiterin der „Pastoral de la Tierra“, der Landpastoral im Vikariat Yurimaguas. Dort lebt das stolze Volk der Wampi. 2016 war die 62-Jährige resolute Frau zum ersten Mal dort. Die Erdölpipeline war gebrochen. Der staatliche Konzern Petroperu behauptete zwar, es sei nur ein kleines Leck und in der Gegend lebe niemand, doch Lucero Guillén wusste: Das ist eine Lüge. Mit ihrem Team brachte sie Lebensmittel und Trinkwasser zu den verzweifelten und aufgebrachten Indigenen in der Region. Denn das Öl hatte ihre Trinkwasserlagune verschmutzt und ein Fischsterben ausgelöst.
Das Vordringen der westlichen Zivilisation mit den Pumpstationen, Jägern, Goldgräbern und Monokulturen wie Ölpalmen zerstört die Lebensgrundlage der ursprünglichen Völker. Der Lärm verjagt die Tiere, das beim Goldabbau eingesetzte Quecksilber und die Pestizide in der Landwirtschaft vergiften die Flüsse – und nun auch noch das Erdölleck. „Der Wald und der Fluss sind ihre Nahrungsquelle, ihr Wasservorrat und ihre Apotheke“, erläutert Lucero Guillén.
In der Wampi-Gemeinde Mayuriaga fehlte es damals an allem – Strom, Trinkwasser und genügend Nahrungsmitteln. So begann die Zusammenarbeit mit der Landpastoral, deren Projekte zur Menschenrechtsarbeit, Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft seit Jahren vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt werden. Gemeinsam wurden Anträge für Solaranlagen ausgearbeitet, Brunnen gegraben und Waldgärten angelegt, um die Ernährung der Familien zu verbessern. Ein zäher, langwieriger Kampf gegen eine widerwillige Staatsbürokratie. Doch 2024 lieferte der Staat endlich die Solarmodule. Dorfvorsteher Sumpa Mayan ist zufrieden. „Von Lucero habe ich gelernt, mich zu wehren.“
Die Leiterin der Landpastoral will die Gemeinden selbstbewusster machen, weniger abhängig von Almosen oder einem desinteressierten Staat, der nur Steigbügelhalter für die Ausbeutung der Ressourcen ist. „Wir bringen keine Geschenke, sondern Wissen“, sagt Lucero Guillén. Das war ungewohnt für die Indigenen nach Jahrhunderten der Unterwerfung – aber befreiend. Heute lautet die selbstbewusste Botschaft der Wampi: „Wir Indigene bewahren den Wald, und davon profitiert die ganze Welt.“
Adveniat-Weihnachtsaktion 2025 „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“
Der weltweite Hunger nach Rohstoffen, Holz und Fleisch zerstört die Lebengrundlage der indigenen Völker am Amazonas und erstickt die Lunge der Welt. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort unterstützt Adveniat indigene Gemeinschaften dabei, ihre Rechte zu schützen und den zerstörerischen Eingriffen von Konzernen und Regierungen entgegenzuwirken. Die indigenen Völker sind mit ihrem Leben im Einklang mit der Natur die wahren Umweltschützer und Klimaretter. Unter dem Leitwort „Rettet unsere Welt – Zukunft Amazonas“ ruft Adveniat alle Menschen guten Willens auf, sich an die Seite der Menschen zu stellen, die für die Bewahrung des Amazonas als gemeinsames Haus und als globale Grundlage für zukünftige Generationen einstehen – oft unter Einsatz des eigenen Lebens. Die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion wird am 1. Advent, dem 30. November 2025, im Bistum Mainz eröffnet.
Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 oder unter www.adveniat.de.
(Sandra Weiss / Adveniat)















