Freiburg. Mit seinem Segen hat Freiburgs Erzbischof Stephan Burger den neuen Gebäudekomplex der St.-Ursula-Schulen im Freiburger Stadtteil Wiehre eingeweiht. Der Schulbetrieb mit 520 Schülern und 50 Lehrern dort läuft bereits seit dem Herbst. Der Neubau wurde nötig, nachdem sich herausgestellt hatte, dass eine Sanierung des bisherigen Gebäudes nicht wirtschaftlich gewesen wäre. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren seit Beginn des Rohbaus ist in dem neuen Schulgebäude Platz für 15 Klassenzimmer, neun Fachräume und fünf Lernzonen.
Patrick Krug, Direktor der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg, sagte bei dem Festakt, auf den rund 3800 Quadratmetern Fläche – verteilt über zwei, an einigen Stellen drei Stockwerke – sei moderner Unterricht möglich. An die Schüler und Schülerinnen gerichtet sagte er: „Da könnt Ihr im Plenum arbeiten, Euch in Gruppen zurückziehen, ausprobieren, austauschen – so wie moderner Unterricht heute eben aussieht.“
Eine Kapelle gleich am Eingang erinnert mit Elementen alter Bleiglasfenster, die aus der abgerissenen Vorgänger-Kapelle stammen, an die Geschichte dieses Ortes. Die Gründung der St.-Ursula-Schule geht auf das Jahr 1696 zurück, doch erst 1941 zogen die Schwestern in die Hildastraße, wo sich die Schulen bis heute befinden. Diese Kapelle schaffe einen ruhigen Raum inmitten des Schulalltags, sagte Krug. Auch die Schulseelsorgerinnen Sandra Dold und Annette Geers wiesen auf die spirituelle Bedeutung hin. Sie sei für Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Ort, an den sie mögliche Sorgen und Ängste – besonders vor Prüfungen – bringen könnten. Die innere Ausrichtung auf Gott leite die Schule.
Werte- und Herzensbildung
Erzbischof Burger hob in seiner Ansprache ebenfalls auf die geistige Dimension der Schule ab. Sie sei für Lehrende und Lernende ein Ort der Wissensvermittlung, aber auch der Wertebildung und – „ich leg noch einen drauf“: der Herzensbildung. „Es gilt, den heranwachsenden Menschen ganzheitlich zu sehen mit seinen Begrenzungen, aber auch mit seinen Möglichkeiten, Fähigkeiten, Begabungen, oder biblisch gesprochen: mit seinen Talenten.“ Das größte Talent sei es, „Liebe zu empfangen und Liebe zu schenken. Die Schule ist so auch Ort der Christusbegegnung im Miteinander, im Geist der Ursulinen“.
Der Erzbischof zitierte Papst Leo XIV., der in seiner kürzlich veröffentlichten Apostolischen Exhortation (Ermunterung) „Dilexi te“ („Ich habe Dich geliebt“) an die Ursulinen erinnert: „Sie förderten den Geist durch die Pflege der Künste und bildeten vor allem das Gewissen. Ihre Pädagogik war einfach: Nähe, Geduld, Sanftmut.“ Die christliche Erziehung bilde nicht nur bloße Fachleute heran, sondern Menschen, die für das Gute, das Schöne und die Wahrheit offen sind. Sie trage zum Aufbau einer besseren Gesellschaft bei. „In diesem Sinne“, schloss der Erzbischof, „soll nun auch diese Schule eingeweiht und gesegnet werden“.
Hintergrund
Der Neubau der St.-Ursula-Schulen hat rund 16,6 Millionen Euro gekostet und wurde von der Erzdiözese Freiburg finanziert. Am Architektenwettbewerb hatten sich sieben Büros beteiligt. Nachhaltigkeit spielte eine große Rolle bei der Planung und Umsetzung des Projekts: die Pelletheizung für das gesamte Gebäude, die große PV-Anlage, das Gründach, die Regenrückhaltung, die LED-Technik. Mehr als 30 Firmen waren mit insgesamt 160 Handwerkerinnen und Handwerkern am Bau beteiligt. Der Rauminhalt beträgt circa 19300 Kubikmeter, was etwa 20 Einfamilienhäusern oder 290 40-Tonner-Lkw entspricht. (Neben den St.-Ursula-Schulen in der Wiehre gibt es auch das St.-Ursula-Gymnasium in der Eisenbahnstraße nahe des Hauptbahnhofs).
(asc)







